Filmreif wohnen in der Hollywood-Villa
Die Villen, die der amerikanische Architekt John Lautner in Los Angeles und Umgebung in den Sechzigern entworfen hat, dienten immer wieder als luxuriöse Kulissen für so manchen Hollywood-Klassiker.
„Diamonds are forever“ (1971) hieß der Titel eine James-Bond-Films, in dem sich die beiden Amazonen Bambi und Thumper katzenartig auf einem überdachten Felsen, dem „Elrod House“, räkelten. Dieses Gebäude läutete 1968 eine Phase ein, in der die Natur in Häuser miteinbezogen wurde. Besonders spektakulär zeigt sich das riesige Dachgewölbe aus Beton. Trotz der neun Streben, die Rotoren ähneln, sieht das Konstrukt aus als würde es schweben. Diese Sinnestäuschung kommt durch die dreieckigen Glasflächen zwischen den Speichen, die Licht in den Innenraum scheinen lassen. Die Schlafräume der Villa sind seitlich in den Fels gehauen. Der zentrale Wohnbereich unter der Kuppel öffnet sich zur Wüste hin mit großen Glasfronten, die aufgeschoben werden können – und gibt den Blick frei auf eine großzügige Terrasse mit Pool.
Lautners organisch mit der begrünten Landschaft verwachsene Häuser waren ihrer Zeit voraus, denn sie ließen Innen- und Außenraum eins werden. Neben Sichtbeton- und luxuriösen Holzflächen, Glas und der außergewöhnlichen freistehenden Einrichtung wurden auch gewaltige Felsbrocken in die Innen- und Außenräume miteinbezogen. Heute können Mitarbeiter und Gäste eines örtlichen Unternehmens das mehrere Hektar große Grundstück für Wochenend- und Freizeitzwecke nutzen.
Im Filmklassiker „Body Double“ von Brian de Palma spielte eine andere Villa von John Lautner eine tragende Rolle. Das pilzförmige „Chemosphere House“ in den Hügeln von Los Angeles von 1960 in den wird in nahezu allen Reiseführern über Kalifornien erwähnt. Der Hauptdarsteller beobachtet in diesem Film einen Mord aus einem einsam gelegenen Haus. Die Villa dient dem Regisseur als Kamera, zoomt sich an das Ereignis heran und löst die Geschichte den Krimi am Ende.
Lautners Häuser sind immer noch Inbegriff der modernen Architektur, aber der Künstler selbst geriet lange Zeit in Vergessenheit. Besonders kritisiert wurden seine – aus heutiger Sicht – vorausschauenden Projekte wie das Drive-in-Restaurant oder der Auto-Showroom. Erst in den Neunzigern gelang es, sein Werk seriös aufzuarbeiten.
Geschrieben in Villa | Tags: Villa. |
Keine Kommentare »