Private Spa – Die Transformation vom Funktionsraum zum privaten Erholungsbereich
Dieser Artikel stammt aus dem Magazin der REAL ESTATE selected.
Die Profis des Münchner Unternehmens WATERFRONT BATHROOMS wurden gefragt:
DIE INTEGRATION VON DER KÜCHE IN DEN WOHNRAUM HAT BEREITS VOR EINIGEN JAHREN STATTGEFUNDEN – NUN IST DAS BAD FÄLLIG! WIE LÄSST SICH DIES ABER UMSETZEN?
Private Wellnesstempel mit Indoorpool, Sauna, Dampfsauna, Whirlpool, bodengleiche Regenwasserduschen und Fitnessraum sind keine Seltenheit mehr. Eine kostspielige Angelegenheit. Wie erklären Sie uns die Bereitschaft zum neuen Luxus im Bad?
Ich glaube bei den Investitionen passiert nun eine Umverteilung. Spekulationen am neuen Markt fallen weg und das Geld wird lieber in das eigene Zuhause, in eigenen greifbaren Nutzen investiert. Statt Wertpapiere und Aktien, Qualität und Großzügigkeit in den eigenen vier Wänden. Dazu kommt die steigende Belastung im Beruf, Stichwort „Burnout“ Um dem vorzubeugen besinnen sich die Menschen, zum Glück, wieder stärker auf gesundheitliche Erholung. Hierbei verzichten sie jetzt auf vergängliche Wellnessurlaube und gönnen sich stattdessen allabendliche Wellness daheim. Nebenbei führt die Investition zu einer gewissensberuhigenden Wertsteigerung der eigenen Immobilie.
Die Küche hat sich stark in den Wohnraum ausgeweitet, die Grenzen verschwimmen. Ist das nun beim Bad ähnlich?
Ja, hier ist es ähnlich. Ausgestattet mit großem Flatscreen-TV (s. Bild), Multimedia und dimmbarem Licht bietet sich ein offener Übergang zum Schlafraum, oder eine Trennung nur durch große Schiebetüren an. So kann man vom Bett und von der Wanne aus fernsehen. Hier wachsen Bad und Schlafzimmer zusammen. Man hält sich im Bad nun viel länger auf und relaxt dort, oder läuft mit der Zahnbürste im Mund hin und her – da ist es schön, wenn die Übergänge fließen. Hat man genügend Platz, kann man sogar ein Hamam integrieren und sich anschliessend auf der eigenen Massageliege durchkneten lassen. Mit hinterleuchteten Onyx-Wänden haben wir kürzlich solch ein „Private Spa“ für eine Villa in Riga designt und umgesetzt.
Was ist mit dem neuen Supertrend Bio-Ethanolkamin? Taugen diese auch fürs Bad?
Kein Problem, im Gegenteil: Feuer hat einen hohen Wellnessfaktor! Es beruhigt, wärmt und erzeugt eine positive Stimmung.
TV, HiFi, Schwimmbad, Sauna etc. Ist da nicht eine Menge anspruchsvoller Technik notwendig?
Wellness erfordert natürlich eine komplett andere Technik, als der traditionelle Standard-Badbau. Wasseraufbereitung, evtl. Klimatisierung, Lüftung, Dämmung… Heute verkauft niemand mehr ein Schwimmbad, was energetisch wie vor 30 Jahren funktioniert. Das währe sowohl ökonomisch wie ökologisch inakzeptabel. Heute hat man z.B. sogenannte Unterflurabdeckungen, das heißt, wenn das Becken unbenutzt ist, schwimmt die Abdeckung auf und legt sich auf die Wasseroberfläche.
Damit werden die Energiekosten stark reduziert, weil weniger Wasser verdunstet und weniger wertvolle Wärme abgegeben wird. Und bei kleinen Kindern im Haus gibt es sogar einen Sicherheitsvorteil. Aber zurück zu Ihrer Frage: Die Multimedia-Technik verträgt sich insgesamt sehr gut mit dem Raumklima, weil bei diesen Bädern durch ihre Größe genug Luftaustausch statt findet. Hier ist nicht – wie früher – den ganzen Tag die Tür zu. Ausserdem gibt es in diesem Bereich auch eine große Weiterent-wicklung…
Ist bei Dampfbad und Whirlpool die Angst vor zu viel Feuchtigkeit, oder gar Verkeimung berechtigt?
Nein, denn diese Räume sind keine Nasszellen mehr, die bis oben gefliest sind, sondern Räume, deren Putz an den Wänden die Feuchtigkeit aufnimmt und dann langsam wieder abgibt. Diese klimatischen Verhältnisse im Bad sind heute so gewollt. Gerade im Winter ist die Luft im Haus – aufgrund der dichten Fenster – zu trocken, dann ist es von großem Vorteil, wenn die Feuchtigkeit aus dem Bad in den Wohnbereich abgegeben wird.
Was empfehlen Sie bezüglich der Beleuchtung?
Das ist ein bisher völlig unterschätztes Thema! Die „Lichtarchitektur“ wurde lange vernachlässigt – wir haben uns dieser Thematik angenommen, verschiedenste Beleuchtungssysteme getestet und machen grundsätzlich alles dimmbar. Auch bieten wir beleuchtete Nischen an, die sehr beliebt sind.
Und die Materialien? Glaubensfrage: Marmor oder Beton?
Bamboo, geriffelt, Bruchstein, Dekorwände, Retrolook oder gar Sichtbeton mit seidenweicher Oberfläche. Aber Grundsätzlich gilt schon länger: weg vom hochpolierten Granit hin zum Naturstein: grob geschliffen, gestockt bis gebrochen. Es ist sehr interessant nur ein Material mit unterschiedlichen Oberflächenbearbeitungen für den ganzen Raum einzusetzen. Ich erhalte eine Durchgängigkeit im Material, aber spiele mit den Oberflächen. Toll.
Kennen Sie Kanneluren? Jeder kennt sie!
Die vertikalen „Rillen“ bei alten Säulen. Das kann man heute genau so machen – es sieht verdammt gut aus! Auch das ist ein großer Vorteil von Stein: Aus dem gleichen Material kann sowohl die Waschtischplatte, als auch die Wandabdeckung gebaut werden. Das sieht sehr elegant aus und kann mit Fliesen oder Beton nur bedingt ausgeführt werden. Wer den erhöhten Pflegeaufwand vermeiden möchte, nimmt Feinsteinzeug – ein Material aus Steinmehl, welches dem echten Stein sehr nahe kommt, aber technisch völlig unproblematisch ist. Corian ist auch ein tolles, sehr widerstandsfähiges und dennoch stylisches Material. Corian Monolithen sind zur Zeit sehr angesagt.
Sie werben auf Ihrer Website mit dieser spektakulären Holzbadewanne. Wie haltbar kann eine Wanne aus Holz sein?
Die „Laguna“ wird von einem Schweizer Bootsbauer hergestellt. Für den sind die Anforderungen an eine Wanne lächerlich gegenüber einem Boot, das eine Saison im Wasser liegt. Trotzdem ist es eine hochanspruchsvolle Handarbeit, bei der einzelne Furnierstücke über eine Form verleimt werden.
Was ist mit Extrawünschen?
Einzelne Elemente produzieren wir auf Maß: Waschtische und Wannen. Theoretisch kann die Badewanne vier Meter lang sein – die Innenform bleibt gleich, aber die Ränder können wir nach Kundenwunsch komplett individuell gestalten. Aber natürlich darf nicht allein das gelungene Design im Vordergrund stehen. Was haben Sie z.B. von einer schicken Armatur, die sehr laut ist? Wenn sich ein Kunde in eine Hotelarmatur verliebt, die nicht unseren Anforderungen an den Geräuschpegel stand hält, raten wir ab. Er würde sich auf Dauer nur ärgern.
Das können Sie nicht alles selber machen, mit wem arbeiten Sie bei der Realisierung dieser anspruchsvollen Entwürfe zusammen?
Mit Firmen, mit denen wir seit Jahren arbeiten, die Einzelanfertigungen machen, wie z.B. Steininger Steinmetz im Bereich Naturstein. Im Bereich Kunststoffe arbeiten wir speziell mit einer kleinen Manufaktur zusammen, die uns die Becken auf Maßanfertigt. Flatscreen und Sound macht der LOEWE und Bang & Olufsen-Spezialist Reisenberger, für die Wand-Oberflächentechniken ist Hans Übelacker unser erster Ansprechpartner. Und für die Lichtkonzepte und deren Umsetzung ist Martin Becht ein sehr zuverlässiger und innovativer Partner. Wir verstehen uns aber nicht nur als Schöngeister des Bades, sondern als Planer, Projekt- und Bauleiter. Wir sind beim kompletten Ablauf bis zum Schluss dabei. Wir bekommen Feedback von den Handwerkern bzgl. gut oder schlecht geplanter Details und natürlich auch später vom Kunden. Es reicht ja nicht, wenn der Entwurf ein Jahr lang schön aussieht und dann aufgrund von Planungsfehlern nicht pflegbar ist.
About WATERFRONT BATHROOMS
Das Unternehmen
WATERFRONT BATHROOMS entstand 2007 aus der langjährigen, erfolgrei-chen Kooperation zwischen dem Designer und Bad-Planer Erik Demmer und dem Planer und Projektmanager Klaus Stephan. Spezialisiert auf die Planung und Realisierung exklusiver Bad- und Wellnesskonzepte für Privat- und Objekt-kunden konzipieren sie zusammen mit ihrem Team von erfahrenen Planern und Designern innovative und funktionierende Lösungen für persönliche Traumbä-der. Eine formale Reduktion, die Verwendung weniger, hochwertiger Materialien in Verbindung mit harmonischen Proportionen und einer durchdachten Detail-gestaltung sind wichtige Aspekte einer Entwurfsphilosophie, bei der der Bedarf und die Individualität des Auftraggebers im Mittelpunkt steht.
Dem Planungsbüro von WATERFRONT BATHROOMS ist ein eindrucksvoller Showroom angegliedert, auf dem aktuelle Badlösungen präsentiert werden.
WATERFRONT BATHROOMS agieren auch als Kooperationspartner für Bauträger, Architekten und Innenarchitekten.
Leistungen
- Konzepterstellung (Bedarfsanalyse, Material- und Farbgestaltung, Objektauswahl)
- Planung (Entwurfs-, Werk- und Detailplanung, Planung individueller Möbelelemente, -Lichtplanung, fotorealistische Darstellung)
- Lieferung und Montage der Einrichtungsgegenstände
- Projektleitung
Waterfront GmbH
Landsberger Straße 146
80339 München
Geschrieben in Bad, Bauen, Luxus, Wellness, Wohnen / Einrichten | Tags: Bad, Erholung, Exklusiv, Luxus, Spa. |
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