Mini-Haus zum Maxi-Preis
7. August 2009 von
Birgit
Beim Gedanken an das teuerste Haus der Welt, kommen einem schnell die Luxus-Domizile von Donald Trump oder die prunkvollen Paläste arabischer Scheichs in den Sinn. Den Titel der Nr. 1 im Wettstreit der teuersten Immobilien kann jedoch ein altes winziges Backsteinhäuschen auf Sylt für sich beanspruchen. Für 4,8 Millionen Euro soll das 30 Quadratmeter große „Waterküken“ nämlich verkauft werden.
Ein stolzer Preis – obwohl die Immobilienpreise in Kampen mit zu den höchsten in Deutschland zählen. Man fragt sich, warum das XS-Gebäude so beliebt ist. Vermutlich die unverbaubare Sicht, liegt es doch am Rande eines Naturschutzgebietes. Der letzte Fast-Besitzer, Johannes B. Kerner beanspruchte eine Rücktrittsklausel im Kaufvertrag. Für vier Millionen Euro wollte er gerne geräumiger wohnen, aber die Baugenehmigung ließ und ließ auf sich warten.
Die Makler, die ihm das Haus verkauften, hatten nicht mit der Sturheit der Kampener gerechnet. Seit Jahren schon spekulierten erstere darauf, dass ein Anbau irgendwann genehmigt werden würde. Luxus hin oder her: Die Sylter stellten sich quer – wollten sie sich doch ihre Idylle bewahren. Außerhalb der geschlossenen Ortslage darf nämlich nicht gebaut werden – außer Strandrestaurants und Toiletten. Das Oberverwaltungsgericht in Schleswig verweigerte dann endgültig die Baugenehmigung.
Johannes B. Kerner hat in der Zwischenzeit in Morsum ein größeres Domizil bezogen. Und das rote Wasserküken wartet weiter auf einen verständigen und betuchten Besitzer.
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